Veranstaltungen 2011
Kulturwoche 2011 Regionalclub Westlicher Bodensee
Sonntag, 06. November bis Sonntag, 13. November 2011
Kunstausstellung und Veranstaltungen
Kulturzentrum am Münster, Wessenbergstraße 43, Gewölbekeller
PROGRAMM
Das Kleine Format
Ausstellung
Künstler des Fachbereichs Bildende Kunst des Regionalclubs Westlicher Bodensee eröffnen den Veranstaltungsreigen der Kulturwoche und geben Einblick in ihr vielfältiges, künstlerisches Schaffen.
Die Ausstellung im Gewölbekeller ist geöffnet:
Dienstag bis Freitag, 12.00 bis 18.00 Uhr
Samstag und Sonntag, 11.00 bis 17.00 Uhr
Montag geschlossen
Vernissage
Sonntag, 06. 11. 2011, 11.00 Uhr - Gewölbekeller Kulturzentrum
Begrüßung: Josef Bieri, Präsident des IBC
Musik: Julia Mann, Cello
Finissage Sonntag, 13.06.2011, 19.00 Uhr - Gewölbekeller Kulturzentrum
Gespräche über Literatur bei einem Glas Wein
"Von List und Betrug, Ehebruch und Liebe, erotischen Abenteuern und feinsinniger Minne"
Sagen und Schwänke und decameronische Geschichten aus dem deutschen Spätmittelalter
(Dr. Elke Neuke )
Wissenschaft
Vortrag von Beate Reimann (Universität Wien und Konstanz)
Richard Serra
Vom prekären Balanceakt zur Raumkreation in gebogenem Stahl
Dienstag, 08. November 2011 - 19.30 Uhr - Gewölbekeller Kulturzentrum
"Im Grunde möchte ich Skulpturen machen, die für eine neue Art von Erfahrung stehen, die Möglichkeiten von Skulptur eröffnen, die es so bislang nicht gab." (Richard Serra)
Der US-amerikanische Künstler Richard Serra begeistert mit seinen großen, abstrakten und begehbaren Skulpturen zuletzt ein weltweites Publikum. Anders in den 1970er und 80er Jahren in denen seine rostigen Stahlskulpturen, wie z.B. Terminal in Bochum, eher als Provokation empfunden wurden. Serra befasst sich in seinem Werk, das mittlerweile eine Zeitspanne von über 40 Jahren umfasst, beständig mit Gewicht, Masse, Form und den Bedingungen der Schwerkraft. Er entwirft dabei seine Arbeiten in Bezug auf Raum und Zeit, den räumlichen Kontext und nicht zuletzt den Betrachter. Dieser leibliche, sich im Raum bewegende und sich erinnernde Betrachter ist ein wesentliches Element von Serras Kunstwerken. Der Vortrag führt in das ¼uvre Richard Serras ein, indem die Entwicklung seines Werks von seinen frühen, prozessorientierten Gummi- und Blei-Skulpturen im Zeichen des Postmini-malismus bis hin zu seinen großen, begehbaren Raumstrukturen der letzten Jahre nachvollzogen wird.
Literatur
Buchvorstellung Marie-Elisabeth Rehn
Hugo Schriesheimer
Ein jüdisches Leben von Konstanz durch das KZ Dachau, das französische Internierungslager Gurs, das Schweizer Asyl und die USA nach Kreuzlingen
1908-1989
Herausgeber Prof. Erhard Roy Wiehn
Mittwoch, 09. November 2011 - 19.30 Uhr - Wolkensteinsaal Kulturzentrum
Das Buch über Hugo Schriesheimer schildert das Schicksal eines Konstanzer Juden im National-
sozialismus. Was er wohl gefühlt hat, als er nach all den Jahren von Kreuzlingen in seine Heimatstadt Konstanz gegangen ist? Über die Hüetlinstraße und den Bodanplatz, wo seine Familie lange gewohnt hat und eine Eisenwaren-Großhandlung betrieb? Hugo Schriesheimer war im KZ Dachau und er gehört zu den Konstanzer Juden, die im Jahr 1940 ins Lager Gurs in Südfrankreich verschleppt wurden. Mit Glück überlebte er alle Schikanen der Nationalsozialisten. Marie-Elisabeth Rehn hat seine Geschichte aufgeschrieben. Die Autorin erzählt nicht nur ein beklemmendes Schicksal. Diese Biografie mutet wie eine Sammlung des Schreckens an: Hugo Schriesheimer war ein äußerst korrekter Mensch. So hat er alle Papiere akribisch gesammelt, selbst den Impfausweis aus Gurs. Offensichtlich hat er versucht, mit "Ordnungssinn und bürokratischer Pedanterie" dem Rassenwahn zu begegnen, schreibt Marie-Elisabeth Rehn. Sie hat Zeugnisse und behördliche Papiere zusammengefügt zu einem Gesamtbild. Die Familie Schriesheimer ist eine glückliche Familie im Konstanz nach der Jahrhundertwende. Die Eltern Rosa und Max Schriesheimer heiraten 1907, ein Jahr später wird das einzige Kind Hugo geboren. Die junge Familie lebt im Haus Bodanplatz 10. "Dort bin ich geboren, hab' die ersten 27 Jahre meines Lebens dort verbracht, ich bin ein richtiger Bodanplätzler", erzählt er 1985 in einem Gespräch mit Erhard Roy Wiehn. Der frühere Professor an der Uni Konstanz und Herausgeber des Buches über Schriesheimer hat nachdessen Tod auch die Papiere aus dem Nachlass bekommen.
Moderation: Prof. Wiehn
Lesung
NN
Donnerstag, 10. November 2011 - 19.30 Uhr - Gewölbekeller
Musik
Sonatenabend
in Zusammenarbeit mit dem Richard-Wagner-Verband Konstanz e.V.
Samstag, 12. November 2011 - 19.30 Uhr
Kammermusiksaal Musikschule
Bogdan Michael Kisch (Violoncello) und Adrian Fischer (Klavier).
Programm
Ludwig van Beethoven Sonate für Violoncello und Klavier D-Dur Nr. 5 Op. 102/2
Johannes Brahms Sonate für Violoncello und Klavier e-moll Nr. 1 Op. 38
César Franck Sonate für Violoncello (orig. Violine) und Klavier A-Dur
Michael Kisch erhielt im Alter von 6 Jahren Cellounterricht. Nach Jahren an der Musikakademie in Basel wechselte er 2008 zur HfM Karlsruhe, wo er bis heute studiert. Er ist mehrfacher Preisträger auf Landes- und Bundesebene beim Wettbewerb "Jugend musiziert" und war 2006 Finalist beim internationalen Cellowettbewerb in Ungarn. Als Solocellist des Bundesjugendorchesters hat er mit berühmten Dirigenten und Solisten gespielt wie z.B. dem Artemis Quartett oder Sabine Meyer. 2008 war er mit dem Jungen Kammerorchester Konstanz als Solist des Cellokonzertes in C-Dur von Joseph Haydn in Konstanz zu hören. Neben Meisterkursen in Lausanne und München besuchte er mit Adrian Fischer einen Kurs des Faurè-Quartetts.
Adrian Fischer erhielt schon mit 5 Jahren Klavierunterricht an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt an welcher er auch sein Diplom im Hauptfach Klavierablegte. Er erhielt zudem Ausbildung im Bereich Jazzklavier, erlernte das Klarinetten- und das Orgelspiel bereits wäh-rend seiner Schulzeit. Beim Wettbewerb "Jugend musiziert" gewann er mehrere Preise in den Wertungen Solo- und Kammermusik, so den 1. Preis im Bundeswettbewerb mit dem Trio "A Piacere" sowie den Sonderpreis der Stadt Darmstadt. Gemeinsam mit M. Kisch wurden sie durch das Faurè-Quartett auf diverse Konzerte vorbereitet.
Das schwimmende Literaturhaus
Monika Helfer, Beatrice von Matt, Rolf Lappert und Martin Mosebach
lesen auf der "Graf Zeppelin"
Am Samstag, den 24. September 2011, startet die "Graf Zeppelin" wieder zu einer abwechslungsreichen nachmittäglichen Lesereise. In diesem Jahr wartet die LITERA-TOUR erneut mit einer attraktiven Besetzung auf: Es lesen Monika Helfer (A), Beatrice von Matt (CH), Rolf Lappert (CH) und Martin Mosebach (D). Organisiert wird die Veranstaltung vom Internationalen Bodensee-Club (IBC).
Monika Helfer: Bevor ich schlafen kann
Eine Frau gerät an den Rand des Todes, verliert ihre Liebe und muss sich ganz neu erfinden. Das ist die Ausgangslage des neuen Buches von Monika Helfer. Die österreichische Autorin setzt darin die Hoffnung auf Trost nicht nur dem fiktiven Unglück entgegen. Monika Helfer, geboren 1947 in Au/Bregenzerwald, lebt als Schriftstellerin mit ihrer Familie in Vorarlberg. Sie hat zahlreiche Romane und Erzählungen veröffentlicht. Sie hat viele renommierte Auszeichnungen erhalten, darunter 1996 das Robert-Musil-Stipendium und 1997 den Österreichischen Würdigungspreis für Literatur.
Rolf Lappert: Auf den Inseln des letzten Lichts
Die Geschwister Megan und Tobey sind trotz aller Unterschiede auf einzigartige Weise aneinander gebunden. Eines Tages ist Megan verschwunden und Tobeys Suche nach ihr wird zu einem lebens-
gefährlichen Abenteuer: Auf einer winzigen philippinischen Insel stößt er auf eine seltsame, im Verfall begriffene Welt und kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur. Nach seinem preisgekrönten Roman "Nach Hause schwimmen" liefert Rolf Lappert, der 2008 den 1. Schweizer Buchpreis gewann, erneut ein Meisterwerk der Erzählkunst, das die Absonderlichkeiten des Lebens beschreibt und eine faszinierende fremde Welt eröffnet. Heute lebt Rolf Lappert als Autor in Irland.
Beatrice von Matt: Mein Name ist Frisch
Am 15. Mai 2011 wäre Max Frisch 100 geworden. Beatrice von Matt, Literaturkriti-kerin aus der Schweiz, hat den Schriftsteller über Jahrzehnte begleitet und die Arbeit an seinem Werk bis in die Gegenwart fortgeführt. Ihre Essays erzählen auch von persönlichen Begegnungen. Die letzte - ein langes Abschiedsgespräch auf Einladung des Autors - fand kurz vor Frischs Tod statt. Beatrice von Matt liefert mit diesem kenntnisreichen Porträt einen wichtigen Beitrag zum Frisch-Jubiläum und zum Verständnis seines Werks. "Der Autorin gelingt in ihrem Buch ,Mein Name ist Frisch' ein Kunststück" (Katharina Sorg, Stuttgarter Zeitung). Beatrice von Matt war lange Jahre Literaturredakteurin der "Neuen Zürcher Zeitung".
Martin Mosebach: Was davor geschah
Es ist eine gefährliche Frage, die bereits den Keim einer Eifersucht enthält: Wie war das eigentlich mit dir, bevor wir uns kannten? Die beiden sind seit Kurzem ein Paar, und sie stellt ihm jene Frage. Seine Antwort wird zu einem Gespinst aus Wahrheit und Dichtung, einem wahren Lügenpalast, errichtet aus soliden Bausteinen von Wirklichkeit. Auf der Bühne Frankfurts inszeniert Martin Mosebach, mit detek-
tivischer Genauigkeit und meisterhafter Sprachkunst, ein böses Spiel von Liebe und Zufall. "Ein Glücksfall, ein großer Wurf, ein heiter-zärtliches Vexierspiel von Liebe und Zufall" (Hellmuth Karasek). U.a. erhielt Martin Mosebach 2007 den Georg- Büchner-Preis.
Informationen zur LITERA-TOUR
Seit über 20 Jahren heißt es im September: "Leinen los" für die LITERA-TOUR auf dem Bodensee. Jeweils an einem Samstag startet das Flaggschiff der "Weißen Flotte", die MS "Graf Zeppelin" zu einer abwechslungsreichen nachmittäglichen Lesereise, die den Literaturliebhabern im Dreiländereck Deutschland - Österreich und Schweiz in einem ungewöhnlichen Ambiente interessante Bücher und ihre AutorInnen näher bringt.
Die LITERA-TOUR gehört zum festen Bestandteil des Bücherherbstes in der Euregio Bodensee. Mit ihrer Kontinuität zählt sie zu den gelungenen Experimenten, neue Formen für die Literaturvermittlung zu finden. Sie gilt als gelungenes Literaturerlebnis, das mittlerweile gerne auch von anderen Veranstal-
tern kopiert wird. Was macht den Erfolg der Veranstaltung aus? In erster Linie natürlich die Lesung hochkarätiger Autoren, die man während einer Veranstaltung kennenlernen kann. Wer die Gästeliste der vergangenen Jahre Revue passieren lässt, begegnet einer illuster besetzten Runde der zeitgenössi-
schen deutschsprachigen Literaturszene: Martin Walser, Rolf Hochhuth, Monika Maron, Brigitte Kronauer, Adolf Muschg, Robert Menasse, Eveline Hasler, Thomas Hürlimann, Robert Gernhard, Peter Bichsel, Arnold Stadler, Ulla Hahn, Norbert Gstrein, Peter Turrini, Judith Hermann und... . Viele von ihnen haben als vorlesende Passagiere ihre Bücher präsentiert und für einen Nachmittag eine Kreuzfahrt auf dem Bodensee gestaltet. Und ein weiterer Erfolgsfaktor ist natürlich der außergewöhnliche Rahmen: die Schiffsplanken verwandeln sich eine Fahrt lang zum nautischen Literaturhaus. Das schöne dabei ist, dass das Event nie seine Balance verliert, das Schiffsspektakel nie die Literaturvermittlung dominiert.
Vorverkaufsstellen
Konstanz
Bücherschiff, Paradiesstr. 3
Tel. 0049 (0) 75 31/2 60 07
Homburger & Hepp, Münsterplatz 7
Tel. 0049 (0) 75 31/9 08 10
Osiandersche Buchhandlung, Kanzleistr. 5
Tel. 0049 (0) 75 31/2 82 37 80
Fahrkartenschalter der Schiffsbetriebe
Tel. 0049 (0) 75 31/3 64 03 98
Markdorf
Buchhandlung Wälischmiller, Am Stadtgraben 12
Tel. 0049 (0) 75 44/9 51 10
Meersburg
Buchhandlung Christine Kuhn, Steigstr. 10
Tel. 0049 (0) 75 32/6 11 8
Überlingen
Seebuchhandlung Braun & Bast, Münsterstraße 35
Tel. 0049 (0) 75 51/6 33 20
Friedrichshafen
RavensBuch, Karlstr. 42
Tel. 0049 (0) 75 41/9 52 85-0
Amriswil
Buchhandlung Marianne Nagel, Bahnhofstr.5
Tel. 0041 (0) 71/4 11 10 26
Kreuzlingen
Buchhandlung Bodan AG, Hauptstr. 35
Tel. 0041 (0) 71/6 72 11 12
Bregenz
Buchhandlung Brunner
Erste Galerie Vlbg., Rathausgasse 2
Tel. 0043 (0) 55 74/4 41 45
Karten per Post mit Verrechnungsscheck
Paula Trepulka M.A.
Lindauer Str. 32, 78464 Konstanz
oder per Mail: ptrepulka@web.de
Eintrittspreise
Mitglieder ¤ 18/ CHF 21
Nichtmitglieder ¤ 23/ CHF 27
Schüler/Studenten ¤ 9/ CHF 11
Schiffsroute
| Konstanz (Hafen) | ab 14.00 Uhr | (Einlass: 13.30 Uhr) |
| Kreuzlingen | an 14.05 Uhr | ab 14.10 Uhr |
| Meersburg (Hafen) | an 14.35 Uhr | ab 14.40 Uhr |
| Rundfahrt und Lesungen auf dem Obersee: |
| Meersburg (Hafen) | an 18:25 Uhr | ab 18.30 Uhr |
| Kreuzlingen | an 18.55 Uhr | ab 19.00 Uhr |
| Konstanz (Hafen) | an 19.05 Uhr |
Hier Bestellcoupon für Karten downloaden:
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Droste-Literaturtage 2011 19. – 21. Mai 2011 | Meersburg
Ausnahmsweise ohne die traditionelle Eröffnung im Fürstenhäusle orientieret sich ein Teil der Veranstaltungsthemen an der Droste und deren Preisträgerinnen.
In diesem Jahr steht die Namensgeberin der Literaturtage im Mittelpunkt des Vortrags von Christine Freudig, da die Dichterin auch heute noch berührt und fasziniert. Eine neue Sichtweise auf die Gedichte der Droste-Preisträgerin Nelly Sachs vermitteln Martina Roth und Johannes Cohen in ihrem Bildershow- und Rezitationsabend "Herzkeime". Mit der Verbindung des bewegten Bildes, Musik und Rezitation sind die Werke der Jüdinnen Sachs und Meerbaum-Eisinger neu zu erfahren. Schluss- und Höhepunkt in diesem Jahr ist die Lesung zweier Autorinnen am Samstagnachmittag. Dr. Barbara Bronnen und Lisa-Marie Dickreiter setzen sich in unterschiedlicher Weise mit dem Tod auseinander - nachwievor ein Tabuthema in der heutigen Gesellschaft.
Do 19. Mai 2011, 20 Uhr, Klosterkeller
"Herzkeime" Gedichte von Nelly Sachs und Vertonung von Selma Meersbaum-Eisinger
Gesang und Rezitation: Martina Roth
Bewegtbild, Komposition und Gitarre: Johannes Conen
"Es ist eine Lyrik, die man weinend vor Aufregung liest: So rein, so schön, so hell und so bedroht."
M. Enzensberger über die Gedichte von Nelly Sachs: "Wir haben es hier mit Rätseln zu tun, die in ihrer
Lösung nicht aufgehen, sondern einen Rest behalten- und auf diesen Rest kommt es an".
"Johannes Conen hat sehr genau auf die Wörter, die Pausen, die Sätze, ihren Rhythmus gehorcht und sie weniger in Musik versetzt als mit Musik umgeben, mit zarten, schwingenden, spröde-schönen Melodien. Schwer, nicht Sympathie zu empfinden für die junge Dichterin, ihre Verse, für die Musik...." (Die Zeit)
Eintritt: 10,- ¤, ermäßigt 8.- ¤
Fr 20. Mai 2011, 19 Uhr, Klosterkeller
Annette von Droste-Hülshoff - Eine ungewöhnliche Frau ihrer Zeit
Zu Leben und Werk der Dichterin von Christine Freudig19. Mai 2010
"Mir gab die Natur ein kühnes Herz, ich senke nicht so schnell den Blick", schrieb die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1798-1848). In Meersburg verfällt sie in einen Schaffensrausch, ihre Dichtung erreicht eine hohe Ausdruckskraft; sie wird humorvoll und einzigartig. Beide, die Droste und ihre Dichtung passen in kein Stilkorsett, sie scheinen ihrer Zeit voraus zu sein.
Dieses ungewöhnliche Leben einer Frau in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die am Bodensee den strengen Vorschriften der Familie entfliehen konnte, und ihr vielschichtiges literarisches Werken machen die Droste auch heute noch interessant und aktuell. Christine Freudig versteht es, das Werk der berühmtesten Bewohnerin, die keine Meersburgerin war, interessant, lebhaft und anschaulich darzustellen. Neben Fakten über das Leben ergänzt Freudig ihre Vorträge mit freien, mitreisenden Rezitationen "der Königin der deutschen Dichterinnen", wie auf dem Gedenkbüste vor der Burg zu lesen ist.
Christine Freudig wurde in Berlin geboren. Sie studierte in Berlin und Freiburg Deutsch, Geschichte sowie Philosophie und nahm Theaterunterricht. Nach dem Staatsexamen in Göttingen war sie Realschullehrerin in Weingarten. Als Mitglied des Internationalen Bodensee Clubs (IBC), Abt .Literatur und durch eine engen Freundschaft zu dem Dichter Josef W. Janker schreibt sie derzeit über dessen Tätigkeit in Ravensburg.
"Christine Freudig hat uns Zuhörer mit ihrem lebendigen und mit vielen frei rezitierten Gedichten geschmückten Vortrag
wieder einmal in ihren Bann gezogen, begeistert und bereichert."
Clubzeitung von Soroptimist International Deutsche Sektion)
Eintritt 5,- ¤, ermäßigt 3 ¤
Samstag 21. Mai 2011, 15 Uhr, Altes Schloss, Renaissancesaal
Lesung von Lisa-Marie Dickreiter und Barbara Bronnen
Moderiert von Dr. Franz Schwarzbauer
"Mit sieben Jahren beschloss ich, meine kleine Schwester für immer loszuwerden." Mit diesem Satz
beginnt der Roman "Vom Atmen unter Wasser" (Berlin-Verlag 2010). Was so scheinbar humorvoll
beginnt, markiert gleich das Grundthema des ganzen Buchs: Es geht um die
Dissonanzen, um die Spannungen und Abgründe, die sich hinter der Fassade der heilen bundesdeutschen Kleinfamilie
- Vater, Mutter, Tochter, Sohn - verbergen. Denn zwölf Jahre später ist die Schwester ermordet
worden. Aber die Autorin interessiert sich nicht für die Tat, sondern wie die Trauer zur Obsession
wird; wie die Restfamilie damit umgeht, wie sie daran zerbricht. Mit dem Suizidversuch der Mutter
setzt das zweite Kapitel und damit die Handlung des Romans ein, der Sohn, der inzwischen Medizin
studiert, kehrt ins elterliche Haus zurück, der Vater, Sozialarbeiter von Beruf, hat andere Fluchten
gefunden, Sprachlosigkeit breitet sich zwischen ihnen aus. Lisa-Marie Dickreiter, die an der
Filmakademie in Ludwigsburg Drehbuch studiert hatte, recherchierte sehr intensiv:
"In den Gesprächen mit betroffenen Familien begegnete mir ein Aspekt, der mich nicht mehr losließ:
die egoistische, aggressive Seite der Trauer. Das war für mich der Schlüssel zur Geschichte und zu den Figuren."
Lisa-Marie Dickreiter, die in Berlin lebt, ist mit dem Roman
"Vom Atmen unter Wasser" ein "außerordentliches Debüt" (Die Zeit)
geglückt, und die FAZ urteilte gar: "Wer aus zweiter Hand erfahren will,
was Trauer ist, der lese diesen in jeder Hinsicht meisterhaften Roman."
Nicht minder aktuell ist das Thema des Romans "Liebe bis in den Tod"
Arche-Verlag 2008), aus dem Barbara Bronnen liest. Sein Thema: die Sterbehilfe. Der Ehemann tötete seine Frau -
auf deren Verlangen, die Osteoporose hatte nicht nur ihren Rücken, sondern jede Lebensfreude zerfressen.
Die beiderseitige Vereinbarung lautete allerdings, gemeinsam in den Tod zu gehen. Dazu fehlte dem Mann dann der Mut,
also wurde er angeklagt: Tötung auf Verlangen oder Todschlag? Dem Richter, der selber kurz vor der Pensionierung steht,
geht es dann weniger darum, zu urteilen als vielmehr die Tat und ihre Beweggründe zu verstehen. Indem sie den Fall
im Wechsel aus der Perspektive des Ehemanns und des Richters darstellt, gelingt es Barbara Bronnen, sich dem Tabuthema
Sterbehilfe ohne falsche Emotionalität, gleichsam nüchtern zu nähern.
Barbara Bronnen, die Germanistik studierte und über den österreichischen Schriftsteller Herzmanovsky-Orlando promovierte,
lebt seit langem in München. Ihr vielgestaltiges Werk umfasst Sachbücher ebenso wie Biographien und Romane.
Dieser, ihr jüngster sei ihr gewichtigster, schrieb Walter Hinck in der FAZ: "Literatur sei 'ein Medium zur Erweiterung
und Vertiefung unserer Wahrnehmung des Lebens', sagt Dieter Wellershoff. Vor solcher Erwartung besteht dieser Roman."
Eintritt frei
Nähere Informationen zum Download
Protokoll der Generalversammlung des IBC 2011
Link zum Seemuseum Kreuzlingen mit Anfahrtsskizze
Zu den Autoren
Eveline Hasler (CH):
Eveline Hasler wurde in Glarus geboren, studierte Psychologie und Geschichte in Fribourg und Paris und war einige Zeit als Lehrerin tätig. Heute lebt sie im Tessin. Sie schreibt vor allem historische Romane, aber auch Lyrik, Kinderbücher, Kolumnen, Reportagen sowie Radio- und Zeitschriftenbeiträge. Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Schubart-Literaturpreis, dem Meersburger Droste-Preis für Dichterinnen und dem Justinus-Kerner-Preis. I hre Bücher wurden bisher in zwölf Sprachen übersetzt. 2009 erschien von ihr die Erzählung "Engel im zweiten Lehrjahr".
Robert Menasse (A):
Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren und ist auch dort aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina und promovierte im Jahr 1980 mit einer Arbeit über den "Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb". Menasse lehrte anschließend sechs Jahre an der Universität São Paulo. Dort hielt er vor allem Lehrveranstaltungen über philosophische und ästhetische Theorien ab. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 arbeitet er als Schriftsteller und kulturkritischer Essayist. 2009 erschien von ihm das Buch "Ich kann jeder sagen: Erzählungen vom Ende der Nachkriegsordnung". "Wenige können so unterhaltsam philosophische Geschichten schreiben" (Christoph Schröder, Zeit online).
Björn Kern (D):
Björn Kern (D): Björn Kern wurde 1978 in Lörrach (Baden) geboren. Er studierte in Tübingen, Passau und Aix-en- Provence sowie am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Für seine Bücher erhielt er unter anderem den Brüder-Grimm-Preis und das Stipendium der Casa Baldi. Derzeit lebt er in Südbaden und in Berlin. In seinen Büchern hat Björn Kern bereits zu einer ganz eigenen narrativen Melodie gefunden. Auf der LITERA-TOUR stellt er sein neues Buch vor: "Das erotische Talent meines Vaters"- "sprachlich absolut grandios und spannend erzählt" (FAZ.NET).
Arnold Stadler (D):
Arnold Stadler (D): Arnold Stadler wurde 1954 in Meßkirch geboren. Er studierte katholische Theologie in München, Rom und Freiburg, anschließend Literaturwissenschaft in Freiburg, Bonn und Köln. Er lebt derzeit in Sallahn/Wendland und in Rast über Meßkirch. Stadler erhielt unter anderem 1999 den Georg- Büchner-Preis und 2009 den Kleist-Preis. 2010 wurde er mit dem Johann-Peter-Hebel-Preis für seine Trilogie "Feuerland", "Ich war einmal", "Mein Hund meine Sau mein Leben" geehrt. Sie ist in stark bearbeiteter Fassung in einem Band neu erschienen. Stadler steht für eine Literatur, "in der sich Komik und Verzweiflung gegenseitig in Schach halten und keine das letzte Wort behält" (aus der Begründung des Büchner-Preises).
Eventdokumentation - Stimmen und Impressionen
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Eventdokumentation - Stimmen und Impressionen
